BARFEN

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Biologisch artgerechte rohe Fütterung (Bones and Raw Foods)

Barfen versteht sich als eine naturnahe Art der Haustierfütterung, fernab von Geschmacksverstärkern, Konservierungsmitteln und anderen künstlichen Stoffen der Fertigfutterherstellung. Dabei wird das Futter aus frischen Zutaten selbst zusammengestellt und roh verfüttert, nach dem Vorbild der Ernährung wildlebender Artgenossen. Ziele sind die Tiergesundheit und die Stärkung des Immunsystems. Die Abkürzung BARF war ursprünglich eine eher ideologische Prägung. In den 1970er Jahren erforschte der australische Tierarzt Dr. Ian Billinghurst den Zusammenhang zwischen industriell hergestelltem Hundefutter und bei Haushunden auftretenden Zivilisationskrankheiten. Dabei stellte er fest: Hunde, die mit rohen Fleischknochen und Küchenresten gefüttert wurden, waren deutlich gesünder als diejenigen aus der Vergleichsgruppe mit Fertignahrung. Hierüber schrieb er 1993 sein programmatisches Buch “Give Your Dog A Bone”, wonach schon der gesunde Menschenverstand dem Besitzer dazu riete, seinem Hund einen Knochen zu geben. Heute hat man sich international auf die Bezeichnung Biologically Appropriate Raw Food verständigt, übertragen “biologisch artgerechte rohe Fütterung”.

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Hunde werden gebarft.

Vergleichbar der Nahrungsaufnahme in der freien Natur sind die wichtigsten Bestandteile bei der Rohfütterung von Hunden Frischfleisch, Knochen und Innereien, ergänzt durch kleinere Mengen an ebenso rohem Obst und Gemüse. Durch Erhitzen, Kochen oder Garen würden zahlreiche nötige Vitamine und wichtige Nährstoffe verloren gehen und Knochen ihre Struktur verändern, schwerer verdaulich werden. Für den Hundemagen müssen Obst und Gemüse zuvor püriert werden; die Zugabe von etwas Öl empfiehlt sich zur Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Die Fütterung mit rohem Frischfleisch ist bei Hunden jeden Alters möglich. Die Umstellung erfolgt unproblematisch, zunächst über einen gewolften Fleisch-Gemüse-Mix, dem dann schrittweise Knochen, Knorpel und Innereien hinzugefügt werden. Gebarfte Welpen setzen weniger Kot ab und trinken weniger, werden so schneller stubenrein. Barfen eignet sich ebenso für Hunde mit Allergien wie für trächtige Hunde. Gesunde, kräftige Tiere mit starkem Immunsystem ersparen zudem manchen Tierarztbesuch und die damit verbundenen Kosten. Und bei allem weiß der Besitzer viel genauer, was er seinem Haustier zu fressen gibt.

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Frostfleisch für Katzen  

In freier Wildbahn ernähren sich Katzen von Mäusen, Vögeln, Käfern und mehr. Von daher übertragen, bekommen Haustiere beim Barfen viel Muskelfleisch von Rind oder Geflügel, dazu Herz, Innereien und Knochen. Hühnerhälse eignen sich für die Verfütterung besonders. Empfohlen wird außerdem die Nahrungsergänzung mit beispielsweise Grünlippmuschel sowie Eierschalenpulver und einem guten kaltgepressten Öl, damit Vitamin-, Mineralstoff- und Taurinbedarf ausreichend gedeckt sind. Wie beim Hund wird durch das Rohfutter das Kaubedürfnis des Tieres stärker befriedigt, die Zahnpflege dadurch unterstützt. Gesunde Katzen haben seidig glänzendes Fell und kräftige Muskeln, geringeren Kotabsatz, ein starkes Immunsystem mit gesteigerter Resistenz gegenüber Parasiten- und Wurmbefall – insgesamt ein besseres, längeres Leben.